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 Abschließende Rezension

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Rici
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BeitragThema: Abschließende Rezension   Mi Jun 27, 2012 5:31 am

Hier könnt ihr eure abschließende Rezension einstellen.
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Klusi

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BeitragThema: Re: Abschließende Rezension   Fr Jun 29, 2012 10:57 pm

Als jüngste von sechs Töchtern des Niedermoosbacher Bauern hat es Karoline nicht leicht, noch dazu, weil die Mutter bei ihrer Geburt gestorben ist. Der Bauer hat auf einen männlichen Erben gehofft, aber der einzige Junge der Familie hat das frühe Kindesalter nicht überlebt. Dazu kommt, dass der Niedermoosbacher seiner Frau in ihrer letzten Stunde ein Versprechen gegeben hat. Die Töchter dürfen nur der Reihe nach heiraten, angefangen bei der Ältesten.
Die Familie sieht in Karoline den Sündenbock und macht sie für den Tod der Mutter verantwortlich. Als die älteste Tochter, Johanna, eines Tages tödlich verunglückt, fällt sofort der Verdacht auf die Jüngste. Für Karoline stehen die Chancen auf eine Ehe schlecht. Aber sie ist verliebt und verzweifelt. Es bleibt nicht bei dem einen Unfall in der Familie, und inzwischen steht für fast alle fest, dass Karoline ihren Schwestern nach dem Leben trachtet. Nur ihre Amme und Patin Thekla hält zu ihr und ist von der Unschuld des Mädchens überzeugt.

Der Roman beschreibt einerseits die Suche eines jungen Mädchens nach ihrem Lebensglück, aber er schildert auch die Verhältnisse in der Familie und ihrem Umfeld, wie sie wohl in der damaligen Zeit häufig an der Tagesordnung waren. Im 19. Jahrhundert, als jüngste Tochter eines Bauern, wird Karoline nicht gerade mit Liebe und Fürsorge überhäuft, ganz im Gegenteil, denn alle sehen in ihr die Schuldige für die Misere, in der die Familie steckt. In der Reihenfolge für eine Heirat käme sie erst an sechster Stelle, und Johanna, die Älteste, hat nach einer Enttäuschung geäußert, nie heiraten zu wollen. Damit wären die Aussichten, eine Familie zu gründen, für die jüngeren Schwestern gleich Null.
Ein starkes Motiv gäbe es für Karoline, die Schwestern aus dem Weg haben zu wollen, aber andererseits wird die junge Frau so geradlinig, offen und liebenswert dargestellt, dass man ihr eine schlimme Tat gar nicht zutraut. In einem Umfeld, geprägt von Misstrauen, Vorurteilen und Neid muss Karoline nicht nur für ihr Glück kämpfen und ihre Liebe retten, sondern sich auch gegen ihre Mitmenschen zur Wehr setzen, die nur das sehen, was sie sehen wollen.
Die Autorin trifft mit ihrem Schreibstil den Ton der damaligen Zeit sehr gut. Schonungslos und dabei glaubwürdig und einfühlsam erzählt sie, wie es früher war, denn dramatische Umstände, ähnlich wie in Karolines Fall, waren sicher nicht selten. Dass sich hier, zum normalen Leben einer Bauernfamilie, noch mehrere Kriminalfälle gesellen, macht die Geschichte äußerst spannend. Bis zuletzt ist unklar, was es mit den mysteriösen Todesfällen auf sich hat.
Ein fesselndes und zugleich berührendes Buch, das nur einen Fehler hat: Es ist viel zu schnell gelesen! Dafür ist es prall mit packender Handlung angefüllt, die keine Längen aufweist, sondern den Leser durchgehend in Atem hält.
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Rici
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BeitragThema: Re: Abschließende Rezension   Sa Jun 30, 2012 9:44 pm

Das Leben ist nicht leicht für Karoline, die jüngste Tochter vom Niedermoosbacher-Hof. Der Vater hatte auf einen Sohn gehofft, die Schwestern machen sie verantwortlich für den Tod der Mutter im Kindbett. Dazu kommt das unselige Versprechen, das die sterbende Mutter ihrem Mann abverlangte: Die sechs Töchter müssen der Reihe nach heiraten, Johanna als Älteste zuerst, Karoline als Jüngste zuletzt. Doch Johanna wird von einem Mann bitter enttäuscht und beschließt, nie zu heiraten. Als sie in den Bergen verunglückt und weitere Schwestern unter rätselhaften Umständen sterben, richtet sich der Verdacht auf Karoline. War sie tatsächlich bereit, für den Mann, den sie liebt, über Leichen zu gehen, oder ist sie selbst Opfer eines unheilvollen Spiels? Ein spannender, psychologisch bis ins Detail ausgearbeiteter Roman über ein unseliges Versprechen, das das Verhältnis unter den Schwestern systematisch vergiftet und eine junge Liebe im Keim zu ersticken droht.
(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)

Aufmerksam wurde ich auf "Die Niemalsbraut" bei einer Lesung der Autorin in Grassau, wo ich ein paar Tage verbrachte. Allein die Kurzbeschreibung und die dort vorgetragenen Szenen weckten in mir die Neugier es zu lesen.
Deutlichstes Merkmal der Geschichte ist die Sprache, die sich eng an der damaligen Zeit orientiert und mich nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten direkt ins 19. Jahrhundert katapultierte.

Das zweite Merkmal ist die Kaltherzigkeit der einzelnen Familienmitglieder, die Angeline Bauer so beängstigend in ihre Zeilen einfließen lassen hat, dass ich nach ca. 50 Seiten das Buch zur Seite legen wollte.
Auf den ersten Seiten wird das durch Vater dargestellt, der sein neugeborenes Kind nicht sehen will, weil es kein Bub ist. Später dann sind es die Schwestern, die sich Karoline als Sündenbock ausgesucht haben und ihr somit das Leben zur Hölle machen. Mehr als einmal schüttelte ich entsetzt den Kopf über so viel Lieblosigkeit und Brutalität.

Doch da hatte mich die Geschichte schon zu sehr gepackt, als das ich sie beiseite hätte legen können, denn nach und nach entwickelt sich der Roman immer mehr zu einem wahren Krimi.
Und auch hier hat Angeline Bauer mich überzeugt, denn wer letzten Endes hinter den Todesfällen, die sich in der Familie häufen steckt, blieb bis zum Schluss ein Rätsel.
Die Protagonisten des Romans haben die Schuldige natürlich viel schneller gefunden, doch soll ihre Engstirnigkeit noch hart bestraft werden.

"Die Niemalsbraut" ist kein leichter Schmöker, sondern ein berührendes und vor allen Dingen aufwühlendes Buch, was das harte und sehr oft engstirnige Leben der Menschen im 19. Jahrhundert hervorragend darstellt.

Kleiner Tipp: Wer einmal in Grassau war wird so manches Eckchen wiederfinden, was das Buch noch bildhafter gestaltet.
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